Biologisches Dekodieren

Vereinfachte Grundannahme:

Das menschliche Gehirn wird nur ca. zu 10 % aktiv (bewusst) genutzt. Nach neuen Erkenntnissen der Hirnforschung werden die restlichen 90 % unseres Gehirns dazu benutzt, um Dinge abzuspeichern auf die wir anscheinend nicht bewusst zugreifen können. Dieses riesige Gehirnareal ist unser Unterbewusstsein, was letzten Endes maßgelblich unser Verhalten und Handeln bestimmt.

Wie kommen Informationen ins Unterbewusstsein

  1. die persönliche Erfahrung von der Geburt bis zum heutigen Tag
  2. die Lebenssituation und das emotionale Empfinden der Eltern während der Zeugung, der Schwangerschaft und der Geburt
  3. die Familiengeschichte – alles, was die Vorfahren erlebt und erfahren haben (Instinkt bei Tieren, Intuition bei Menschen, Informationen auf den Genen, die das Überleben sichern - Epigenetik)

Das Gehirn folgt immer einer einfachen Logik: Das Überleben des Individuums und seiner Spezies zu sichern.

Unser Gehirn wird also in jeder Lebenssituation und in jeder Stresssituation die bestmögliche Reaktion oder das erfahrungsgemäß beste Verhalten auslösen, um unser Überleben zu sichern. Dabei kommt es vor, dass uns seine Lösungsansätze oft nicht angebracht erscheinen, lästig oder unangenehm sind. Manchmal fällt es uns auf den ersten Blick schwer, ihren Sinn zu verstehen.

Beispiel: Ein Vorfahre wurde geköpft, weil er seine kritische Meinung laut und öffentlich äußerte. Wird diese Information als Überlebensmuster abgespeichert, können die Nachfahren Probleme haben, Vorträge zu halten. (Überlebensmuster: Du überlebst nur dann, wenn du deine Meinung nicht laut und öffentlich sagst.)

So wird erklärbar, dass Verhaltensstörungen und Lernprobleme keine Pannen des Organismus sind, sondern Ausdruck eines persönlichen und familiären Überlebensmusters. Wenn wir nun dieses Überlebensmuster verstehen und entschlüsseln, können wir diese auflösen

Die vier Schritte beim Biologischen Dekodieren:

1. Schritt: Der Ist-Zustand

Ich erfrage genau das Problem und die Verhaltensweisen. In welchen Situationen tritt das Problem auf?

2. Schritt: Das Dekodieren

Ich frage genau nach Zeugung, Schwangerschaft und Geburt. Welchen Stress gab es in der Zeit? Gab es Ängste?

Welcher Stress oder welche Angst erklärt das Verhalten? Ziel ist es, den Überlebensmechanismus zu finden, der das Verhalten auslöst.

3. Schritt: Das Gespräch

Ist der Mechanismus bekannt, erkläre ich  (bei Kindern zusammen mit der Mutter) die Entstehung des Problems. Dabei werden unterbewusste Überlebensmuster ins Bewusstsein geholt und die Ursache erklärt. Es kommt Klarheit in das Verhalten und kann aufgelöst werden.

Bei der Behandlung von Kindern, spreche ich mich mit den Eltern genau ab. Ich wähle kindgerechte Formulierungen, so dass Ihr Kind die Erklärung auch annehmen kann.

4. Schritt: Die Bestätigung

Manches lässt sich gleich bestätigen (Lesen, Rechnen, Ruhe nach Hyperaktivität usw.) andere Veränderungen machen sich erst nach einiger Zeit bemerkbar. Wann immer es möglich ist, lasse ich noch in der Praxis die Erfahrung machen, die alte Verhaltensweise durch eine neue ersetzt zu haben.